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Mir komme die „Hölle“ ganz abscheulich vor, das „Fegefeuer“ zweideutig und das „Paradies“ langweilig. Goethe liest Dante.

16. Mai um 19:30 - 21:00

Referent: Dr. Paul Kahl, Erfurt

Der große Dichter Italiens – der große Dichter Deutschlands, beide könnten kaum unterschiedlicher sein. Eine gemeinsame Behandlung, ein Vergleich erscheint kaum naheliegend und jedenfalls begründungsbedürftig, und zwar ebenso ein Vergleich der beiden Biografien wie ein Vergleich der beiden literarischen Hauptwerke, der Göttlichen Komödie wie der Faust-Dichtung. Der Goethe-Dante-Vergleich ist eine deutsche Mode des neunzehnten Jahrhunderts gewesen; er ging weniger von den beiden Werken aus, als vielmehr von den Personen als Symbolen ihrer Nation (Stichwort: „Kulturnation“, kulturelle Symbole kompensieren die noch nicht vollzogene staatliche Einheit, in Deutschland wie in Italien – oft besonders an den Rändern, vgl. das Dante-Denkmal in Trient). Offenbar sollte die Gegenüberstellung Goethe aufwerten und, als Symbolfigur, gleichrangig neben den Italiener stellen, und offenbar sollte auf diese Weise auch, mit einem im neunzehnten Jahrhundert üblichen, zuerst von Schelling begründeten Vergleich, Faust aufgewertet werden, vor allem dessen unverstandener, ‚formloser‘ zweiter Teil, indem er in eine Reihe tritt mit der Göttlichen Komödie und ihrer großartigen Architektonik. So konnte Kuno Fischer 1878 behaupten, Faust sei „unsere divina commedia“.

Details

Datum:
16. Mai
Zeit:
19:30 - 21:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Società Dante Alighieri        Comitato di Darmstadt e.V.
Telefon:
0173-6162980
E-Mail:
info@dante-darmstadt.de
Website:
http://www.dante-darmstadt.de/

Veranstaltungsort

Prinz-Emil-Schlösschen, Saal
Heidelberger Str. 56
Darmstadt, 64285 Deutschland
Telefon:
06151-63278
Website:
http://www.nbh-darmstadt.de