Lesungen

Unsere Lesungen mit italienischen Autoren finden im Literaturhaus statt und werden immer deutsch-italienisch moderiert. Nach der Veranstaltung laden wir Sie noch auf ein Glas Wein ein und Sie haben die Möglichkeit das vorgestellte Buch und weitere Bücher des Autors (natürlich auch in Originalsprache) vor Ort bei unserem Kooperationspartner dem „Bessunger Buchladen“ direkt zu erwerben.


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Umbria – das güne Herz Italiens. Umbria, il cuor verde d’Italia

25. Oktober um 19:30 - 21:00

Referent: Dr. Winfried Rathke

Umbrien ist das “Land der Heiligen”, laut Harald Keller “eine Welt der Stille und des lyrischen Verweilens”. Franziskus meinte “nihil iucundius vidi”(nichts Erfreulicheres habe ich je gesehen). Und Heinrich Böll befand: “traumhaft unwirklich diese gelben Steingebilde von Bergstädten und Felsennestern”.

Etrusker hinterließen ihre Spuren im malerischen Perugia. Am Trasimenischen See leben Erinnerungen an Hannibals Sieg gegen die Römer. Langobarden gründeten ein Herzogtum im heute musikbeflissenen Spoleto. Orvieto verblüfft mit seiner Domfassade, die einem Altarbild gleicht. Das zauberhafte Gubbio staffelt sich terrassiert an einem Berghang hoch. Aus Norcia stammte Benedikt, Stammvater der abendländischen Klosterkultur. Assisis San Francesco ist allein durch seine Freskenpracht Museum und Pilgerstätte zugleich. Die Gemälde von Giotto, Fra Angelico, Perugino, Piero della Francesca und Luca Signorelli garantieren dem Kunstfreund wahre Ekstasen. Hören wir den Dichter Carducci: “all meine Traurigkeit zerstreute sich über den süßen Kurven dieser reinen Hügel”. Nicht zu vergessen: die herrlichen Trüffel von Norcia, das Bratferkel „porchetta“ und ein Sagrantino-Wein aus Montefalco! Der Besucher wandert zwischen kulina-rischen Genüssen inmitten landschaftlicher Idyllen und auch die Kultur kommt voll auf ihre Kosten!


Canaletto,_Veduta_del_Palazzo_Ducale

Die „Stadt der Vergnügungen“ und ihr Maler. Canaletto und Venedig im 18. Jahrhundert

15. November um 19:30 - 21:00

Referent: PD Dr. Arne Karsten, Wuppertal

Kein anderer Künstler hat das Bild Venedigs im 18. Jahrhundert so suggestiv gemalt und dadurch geprägt wie Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto (1687-1768). Der Vortrag stellt das Werk des Malers im Kontext seiner gesellschaftlichen und politischen Entstehhungsbedingungen vor und zeichnet dabei die Entwicklung der „Serenissima“ von einer politischen Großmacht zum Touristen- und Vergnügungszentrum im Europa des ancien régime nach.


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Gubbio einmal anders. Die Iguvinischen Tafeln und das Aussterben der Dinosaurier

4. Dezember um 19:30 - 21:00

Referent: Dr. Alexander Mlasowsky, Burgdorf

Der Italienreisende kommt um die kleine Stadt Gubbio nicht herum. Die verwinkelten Gassen, die Piazza Grande und der Palazzo dei Consoli stellen pittoreske Zeugnisse des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit dar. Damit reiht sich Gubbio als ein weiteres Juwel in die schönen umbrischen Städtchen ein. Doch verfügt Gubbio über zwei Besonderheiten, die fast nicht unterschiedlicher sein können und dem Ort in wissenschaftlicher Hinsicht eine Bedeutung von Weltruf verleihen. Der Vortrag will sich vorrangig mit einem Schatz sprachwissenschaftlicher Art und einem weiteren aus dem Bereich der historischen Geologie befassen.

Die archäologische Sammlung im Priorenpalast beherbergt sieben einzigartige Bronzetafeln mit Inschriften aus dem 3.-1.Jh.v.Chr., die nicht nur im umbrischen und lateinischen Schriftbild verfasst wurden, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum weitgehend unbekannten umbrischen Dialekt und zur frühen lateinischen Sprache darstellen. Die niedergeschriebenen Anrufungsformeln für Götter stammen von ortsansässigen Priestern und bieten zudem einen interessanten Einblick, wie sich im Gebet und Kult die Interaktion zwischen Göttern und Menschen vorgestellt wurde.

Außerhalb von Gubbio ist entlang einer gebirgigen Straße eine offene Flanke mit in der Farbe deutlich unterschiedlichen Schichtenfolgen zu beobachten. Geologen und Paläontologen aus aller Welt kommen dorthin, um die Schichten zu untersuchen. Sie bilden das Zeugnis eines der furchtbarsten Katastrophen, die die Erde jemals getroffen hat. Vor etwa 66,5 Millionen Jahren schlug an der Nordküste von Yucatan (Mexiko) ein im Durchmesser ca. 10 bis 15 Kilometer großer Meteorit ein und leitete eine der größten Massenaussterbewellen der Erdgeschichte ein, deren prominenteste Opfer die Dinosaurier sind. Die rund um die Erde rasende Hitzewelle, der unbeschreiblich hohe Tsunami und die gewaltigen Auswurfmasssen verwüsteten die gesamte Erde. Die in die Atmosphäre geblasenen Reste des Meteoriten und des Gesteins aus dem Krater sowie fossile Zeugnisse des gewaltsamen Todes sind oberhalb der lieblichen Ortschaft Gubbio auf eindrückliche Weiß nachweisbar.

So liegen ungewollt in Gubbio die Belege einer gewaltigen Zerstörung dicht neben den beschwörenden, in Bronze gegossenen Gebeten der antiken Priester, die Gotter mögen bitte Katastrophen dieser und anderer Art verhindern, beieinander.