Lesungen

Unsere Lesungen mit italienischen Autoren finden im Literaturhaus statt und werden immer deutsch-italienisch moderiert. Nach der Veranstaltung laden wir Sie noch auf ein Glas Wein ein und Sie haben die Möglichkeit das vorgestellte Buch und weitere Bücher des Autors (natürlich auch in Originalsprache) vor Ort bei unserem Kooperationspartner dem „Bessunger Buchladen“ direkt zu erwerben.


Spoleto-valle

Spoleto umbra, Spoleto langobarda, Spoleto papale

30. August um 19:30 - 21:00

Referent: Dr. Matthias Quast, Heidelberg

Spoleto, am südlichen Ausgang der  Valle umbra  – und nur 130 km vor Rom – landschaftlich einmalig schön gelegen, besaß größte historische Bedeutung als Hauptstadt eines ausgedehnten langobardischen Terri-toriums, blickt aber auf eine römische und vorrömische – umbrisch-etruskische – Vergangenheit zurück. Im Mittelalter behielt es als Festungsstadt des Kirchenstaates strategische Bedeutung. Der natürliche Reichtum des Umlandes führte in der Neuzeit zu einer diskreten „Modernisierung“ des Stadtbildes; in der Nachkriegszeit schließlich sorgte die Gründung des Musik- und Kulturfestivals  dei Due Mondi  für interna-tionales Renommée. Daß alle diese Epochen im Stadtgefüge ablesbar geblieben sind, will der Vortrag von Matthias Quast, der über 15 Jahre in Spoleto gelebt und gearbeitet hat, anschaulich vor Augen führen.

Spoleto-Rocca


Friedrich Bury_Goethes Freundeskreisin der Villa Borghese

Wie der Fisch im Wasser. Goethes italienische Reise 1786-88

18. September um 19:30 - 21:00

Referent: Prof. Dr. Albert Meier

Johann Wolfgang Goethes beinahe zweijährige Reise 1786-88 hat Italien dauerhaft zum Sehn-suchtsland aller Deutschen gemacht, die sich im Süden leichermaßen „von den physisch moralischen Übeln zu heilen“ hoffen, die mit dem prosaischen Alltagsleben im Norden verbunden sind. Genau besehen verdankt sich dieses Italienglück des Weimarer Dichter-Ministers allerdings vor allem den Kunstschätzen Roms und erst recht seinem freien Leben als ‚Künstlerbursche‘ im Kreis der deutschrömischen Malerfreunde, während nsbesondere Sizilien zuvor als ästhetischer Schock erfahren wurde.
Der bildgestützte Vortrag erläutert Goethes Italien-Erlebnisse in ihrer biografisch-ästhetisch bedingten Abfolge und zeigt auf, wie sich daraus die Idee einer neuen Klassik für Deutschland entwickeln ließ.

Tischbein Goethe am Fenster Tischbein Goethe


CIRCOLO DI LETTURA „DANTE ALIGHIERI“

21. September um 19:30 - 21:00

„I libri pesano tanto:eppure, chi se ne ciba e se li mette in corpo, vive tra le nuvole“ (Luigi Pirandello)
Venerdì 7 settembre 2018 nella Biblioteca della Società Dante Alighieri del Literaturhaus,  Kasinostr. 3 Darmstadt  alle 19.30 ci sará il primo incontro del Circolo di Lettura „Dante Alighieri“.
Sono invitati a partecipare tutti coloro che hanno voglia di condividere le opinioni, le sensazioni e le riflessioni che scaturiscono dalla lettura di un libro.
Leggeremo e sceglieremo insieme, di volta in volta, il libro che riterremo più interessante da leggere.


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700 Jahre Giovanni Boccaccio

26. September um 19:30 - 21:00

Referent: Ulrich Forster

Vor 700 Jahren, im Jahr 1313 n. Chr., ist in Florenz Giovanni Boccaccio geboren. Im Jahr 1353 vollendet er jenes Werk, das ihn zu einem Säulenheiligen der italienischen Literaturgeschichte machen sollte:  Il Decamerone. Nur vierzig Jahre liegen zwischen diesen beiden Daten und doch gehören sie gewissermaßen zwei Epochen an, denn im Jahre 1348 hat eines der dramatischsten Ereignisse der europäischen Geschichte Florenz tiefgreifend verändert.

„Ich sage also, dass seit der heilbringenden Menschwerdung des Gottessohnes eintausenddreihundertachtundvierzig Jahre verstrichen waren, als in die herrliche Stadt Florenz, die alle anderen italienischen Städte an Schönheit überragt, die todbringende Pest gekommen ist…“

So beschreibt Giovanni Boccaccio zu beginn seines  Decamerone  den Einzug der Pest in der Stadt. Zwar wurde ganz Europa von dieser Seuche heimgesucht, kaum eine andere Stadt jedoch war so drastisch betroffen wie Florenz. Wohl mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind hier innerhalb kürzester Zeit gestorben – ein Aderlass von dem sich die Stadt Jahrhunderte lang nicht erholen wird.

In den Jahrzehnten zuvor hat die spätere Hauptstadt der Toskana einen phänomenalen Aufstieg erlebt. Weniger als 30 000 Einwohner lebten um 1200 in der Stadt – beim Beginn der Pest waren es über 100 000 und Florenz hatte sich von einer Provinzmetropole unter vielen zu einer der reichsten Städte der Welt entwickelt. Dieses Wachstum und der Reichtum schlugen auch sich in einer äußerst regen Bautätigkeit nieder. Die meisten Bauten, die bis heute das Stadtbild bestimmen stammen vom Beginn des 14. Jahrhunderts: Der  Palazzo Vecchio  und der Dom  Santa Maria del Fiore  ebenso wie die großen Klosterkirchen  Santa Croce  und  Santa Maria Novella  oder auch der  Bargello  und  Or San Michele  sind in der Zeit gebaut worden, als Boccaccio hier aufgewachsen ist.

Ich werde an diesem Abend Ausschnitte aus dem Dekameron lesen und dazu in einem spannenden Bildervortrag über Architektur, Malerei und über Zeitgeschichte referieren und dabei Zusammenhänge herstellen, die uns auch Boccaccios Novellensammlung besser begreifen helfen. Ich werde über das Florenz der Jahrzehnte der Zeit vor der großen Pestepidemie reden, über das frühe 14. Jahrhundert – jene Zeit, die in unserem Bewusstsein immer ein wenig im Schatten der großen Renaissanceepoche der Stadt steht.