
Vincenzo Bellini gilt als Meister der lyrischen Melancholie. Seine Opern verbinden musikalische Eleganz mit einer tiefen emotionalen Ausdruckskraft, die den Belcanto zu einem Höhepunkt romantischer Empfindsamkeit führt. Der Vortrag widmet sich den feinen Nuancen dieser Klangwelt – den langen, gesanglich atmenden Linien, der subtilen Harmonik und dem Ideal einer Schönheit, die stets auch Schmerz in sich trägt. Anhand ausgewählter Werke wie Norma, La sonnambula oder I puritani wird aufgezeigt, wie Bellini in seiner Musik eine besondere Poetik der Sehnsucht entfaltet.
Unser Referent Arnold Jacobshagen ist seit 2006 Professor für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Zuvor lehrte er an den Universitäten Wien und Bayreuth und wirkte als Musikdramaturg am Staatstheater Mainz. Von 1997 bis 2006 war er Wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent am Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth (dort 2003 Habilitation). Er studierte Musikwissenschaft, Geschichte und Philosophie sowie Kultur- und Medienmanagement in Berlin, Wien, Tours und Paris. 1996 Promotion an der Freien Universität Berlin. Forschungsschwerpunkte u.a. Oper und Musiktheater (17.–21. Jahrhundert), Musikgeschichte Frankreichs (18./19. Jahrhundert), Musik im europäischen Kulturtransfer der Neuzeit, Regionale Musikgeschichte, Sozial- und Institutionengeschichte der Musik, Historische Aufführungs- und Interpretationsforschung.